Über Vermögen und Unvermögen im Bistum Münster

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Auch wenn die Verkündung der Abberufung von Thomas Laufmöller aus St. Stephanus nun schon mehrere Wochen her ist und die Herausforderungen von Homeoffice und Homeschooling in der Coronapandemie einem alles abverlangen, so trifft diese Entscheidung viele Menschen in St. Stephanus nach wie vor hart, sehr hart.

Immer wieder begegnen mir Menschen, die sich ihrerseits ans Bistum gewandt haben, um mehr über die Motive für diese unerklärliche Entscheidung zu erfahren. Es sind Menschen wie ich, die sich mit der Entscheidung, die der Bischof nicht mehr zur Debatte stellen möchte, nicht abfinden wollen. Inzwischen dringt von mehreren Seiten durch, dass es zur Abberufung von Thomas Laufmöller angeblich „wegen zu geringer Kooperation“ mit dem damals leitenden Pfarrer Weißenberg (ehemals der Privatsekretär des Bischofs!) gekommen sei, und dass Laufmöller St. Stephanus nun verlassen müsse, um dem nachfolgenden leitenden Pfarrer keine Probleme zu machen.

Ist also eine liberale Glaubenshaltung im Bistum Münster bereits zu einem Problem geworden? Und Laufmöller ein Querulant? Ich frage mich: Hat der Bischof mit der Fusion seinerzeit eine Spaltung des Pastoralteams bewusst in Kauf genommen, in der stillen Hoffnung, dass sich der konservative Geist der Emmanuel Gemeinschaft durchsetzen möge?

Die Abberufung von Thomas Laufmöller spricht eine klare Sprache: Liberales christliches Gedankengut ist immer weniger erwünscht. Dass mit dem Weggang von Thomas Laufmöller eine lebendige und leuchtende Gemeinde zerstört wird, wird dabei billigend in Kauf genommen – oder vielleicht sogar bewusst angestrebt?

Aber damit nicht genug: Konfrontiert man das Bistum in dem Zusammenhang mit der steigenden Zahl an Kirchenaustritten, erhält man eine erstaunliche Antwort: „Das ist schade, aber das Bistum Münster hat ja noch genügend Rücklagen“.  Bäääääm! Ein Satz wie eine Ohrfeige!

Drückt sich damit wirklich die innere Haltung des Bistums aus, oder ist es die unüberlegte Äußerung eines einzelnen leitenden Angestellten, der sich der Wirkung dieser Aussage nicht ganz bewusst war?

Da darf ich mich doch nun wirklich zurecht fragen: Ist das noch meine Kirche?

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Stellungnahme zur Solidaritätserklärung aus dem Pfarreirat vom 10.03.2021

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Photostrecke Lichteraktion 27.02.2021