Die Gemeinde St. Stephanus - eine offene Antwort

 Offene Antwort auf den Brief von Herrn Schmutte und Herrn Schubert

Die Gemeinde St. Stephanus

Ein Erfahrungsbericht

 

Zunächst: Ich, Brunhilde Hentrich, Pensionärin und ehemalige Abteilungsleiterin an der Friedensschule, gehöre seit der Fusion zur Pfarrei St. Liudger und bin in der Gemeinde St. Stephanus ehrenamtlich tätig.

Die massiven Angriffe, Vorwürfe und Unterstellungen, mit denen sich die Gemeinde St. Stephanus derzeit konfrontiert sieht, verwirren mich und lassen mich den Kopf schütteln. Denn die in den Raum gestellten Behauptungen wollen so gar nicht in das Bild passen, das ich in einer über viele Jahre währenden Mitarbeit in dieser Gemeinde und Zusammenarbeit mit Herrn Laufmöller in der Schule gewonnen habe.

Ich will die Einseitigkeit des Bildes, das durch die wiederholt geäußerten und veröffentlichten Vorwürfe gegen die Gemeinde und Pastor Thomas Laufmöller gezeichnet wurde, durch meine Erfahrungen erweitern. 

1. Auch bei uns gab es bei einigen Gemeindemitgliedern erhebliche Skepsis und Ängste, als es 2004 hieß, der Kaplan aus St. Pantaleon würde die Leitung der Gemeinde St. Stephanus übernehmen. Jungenhaftes Auftreten, ein fußballspielender Priester in der Messdienermannschaft, arbeitet auch noch als Schulseelsorger, wird also wenig Zeit haben – so lauteten die Befürchtungen.

2. Wer kam? Thomas Laufmöller, der sich sofort in seine Rolle als Pastor („Hirte“) einfand. Was ansteckte: der große Sinn für Humor, für das Leben, seine ehrliche Zugewandtheit, eine fröhliche Leichtigkeit, eine besondere Sensibilität für seine Mitmenschen, auch für die Alten, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Kurz, die anfängliche Skepsis löste sich bei den allermeisten, die mit ihm zu tun hatten, nach kürzester Zeit auf.

3. Von Thomas Laufmöller ging eine Ausstrahlung aus, es entstand eine Atmosphäre, die vielen Menschen in der Aaseestadt und darüber hinaus, religiös und seelisch Nahrung gab: Die Anzahl der Besucher unserer Gottesdienste und Veranstaltungen stieg kontinuierlich, das können viele Gemeindemitglieder belegen.

4. Durch die Art und das Zusammenspiel des Pastors mit der Gemeinde bekamen nicht nur die hauptamtlichen Mitarbeiter, sondern auch die Ehrenamtler, neue Lust und Mut zur Kreativität in der Gestaltung des Gemeindelebens.
Das Gemeindeleben wurde durch neue Gesichter, nicht nur in den Gremien, lebendiger.

5. Der Kontakt und die Zusammenarbeit mit Pastor Laufmöller befruchtete mein eigenes persönliches Glaubensleben.

6. Was nach meiner Meinung die Anziehungskraft ausmachte, war, dass er einerseits spürbar gern auf dem Boden der katholischen Kirche stand, andererseits das Wissen, dass Glauben nur mit der Leidenschaft des eigenen Herzens geht. Es ging um die Größe und Schönheit des Glaubens. Um Gott, um Jesus Christus.

7. Viele Menschen trugen ehrenamtlich dazu bei, dass die Gemeinde St. Stephanus lebendig war. Sie gestalteten Gottesdienste mit, engagierten sich bei der Pflege der Grünanlagen, gaben den Hilfesuchenden, die nachmittags am Pfarrbüro
klingelten, ein Almosen, vermittelten Kontakte zur Caritas und den Beratungsstellen, vermittelten Gesprächstermine mit dem Pastor. Sie gestalteten den Kirchenraum, kümmerten sich jahrelang um Senioren, Messdiener und Jugendliche.

8. Was wir bei allem Auftreten und Tun von Pastor Laufmöller in diesen Jahren bei uns
nicht erlebten: machtvollkommene Alleingänge. Das Wirken des Pastors war nicht darauf ausgerichtet, sich gegen andere Gemeinden in der Pfarrei zu stellen. Das war für alle selbstverständlich. Der Vorwurf, Thomas Laufmöller habe sich gegen die Großpfarrei gestellt, ist absurd.

9. Unvergessen sind die vielen Sonntagsgottesdienste, die gut vorbereiteten Predigtreihen in der Advents- und Osterzeit, die Weihnachts- und die Fastenkrippe usw. Erlebbar war eine frohe, tief glaubensgeprägte Atmosphäre, eine Freude am miteinander Glauben, die mich und viele andere Gemeindemitglieder nicht unberührt ließ.

10. Natürlich kann auch eine stark charismatische Persönlichkeit Fehler begehen und vereinzelt Verletzungen zufügen. Wir leben (noch) nicht im Paradies. Doch können diese Schwächen und Fehler all das Befreiende, Heitere, Schöne, Große, Wunderbare nicht auslöschen, das wir hier in den Jahren mit Pastor Thomas Laufmöller erlebt haben, in Gottesdiensten, an den Hochfesten, bei den vielen Gemeindefesten, aber auch ganz besonders im persönlichen Gespräch, bei seinen Krankenbesuchen, der Sterbe- und Trauerbegleitung.

In Erinnerung ist mir, nicht nur aus den Predigten, die gelebte Haltung von Pastor Laufmöller, dass die alles umfassende Liebe Jesu Christi nur eines möchte: unsere liebende Antwort. 

Dieser jesuanische Glaube ist keine Erfindung von Thomas Laufmöller, wird aber von ihm gelebt und kann so erfahren werden. Nicht in Vollkommenheit und Perfektion, aber durchaus wahrnehmbar für diejenigen, die unvoreingenommen hinsehen wollen.

Ich wünsche mir in der aktuellen Auseinandersetzung da, wo nicht geliebt werden kann, zumindest Respekt voreinander und keinen Rufmord. Ich wünsche mir einen Dialog, der offen ist für Versöhnung.

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Krabbelgottesdienst 13.06.2021

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