Papst Franziskus: “Ein guter Bischof wacht über seine Gläubigen.”

Viele Christinnen und Christen in unserer Gemeinde St. Stephanus hadern aufgrund der intransparenten und willkürlichen Versetzung von Pfarrer Laufmöller gerade sehr mit ihrer Mitgliedschaft in der katholischen Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts - nicht mit ihrem Glauben. Ich weiß sogar von einigen, die bereits ausgetreten sind. Viele fragen sich: Sind wir in der falschen Kirche? Oder verhält sich die Bistumsleitung falsch?

Auf der Suche nach einem “apostolischen Blick” auf die Geschehnisse in St. Stephanus bin ich auf eine Predigt von Papst Franziskus gestoßen, die er im Gästehaus Santa Marta hielt (Anm.: ich paraphrasiere im Folgenden, da der päpstlichen Predigt aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen ist). Auch das heutige Evangelium erinnert uns an den „guten Hirten“ (Joh 10, 11-18).

Papst Franziskus sagt, dass der Bischof jemand sei, der hüte und wachsam sei. Er sei der „Wächter“, der „seine Herde vor den Wölfen schützt”, am „Leben seiner Herde Anteil hat.“ Aber er halte auch Wache. Dabei bedeute “Wache halten”, am Leben der Herde teilzuhaben.

Laut Papst Franziskus unterscheide Jesus zwischen dem “wahren Hirten” und dem, der seinen Dienst “wie ein Angestellter” (vgl. Selbstverständnis der Bistumsleitung min. 1:30) verstehe. Letzterer interessiere sich nur für seinen Lohn. Es sei ihm egal, ob der Wolf komme und eines seiner Schafe reiße. Im Gegensatz dazu halte der “wahre Hirte” Wache und habe Anteil am Leben der Herde. Er verteidige nicht nur ALLE Schafe, sondern JEDES EINZELNE: „Und wenn eines ausreißt oder sich verirrt, dann geht er es suchen und bringt es zurück. Er ist so wachsam, dass ihm nicht ein einziges Schaf verlorengeht!“

Papst Franziskus sagt, dass der “wahre Bischof” so wie der “Gute Hirte” den Namen JEDES seiner Schafe kenne. „Und das zeigt uns, wie Jesus den Bischof verstanden hat: nah”.

Zudem habe der Heilige Geist das Christenvolk mit einem Gespür ausgestattet, das es einen “wahren Bischof” erkennen lasse: Das Gottesvolk wisse, wann ein Hirte Hirt sei, wann er wachsam, seiner Herde nah sei und sein Leben für sie gebe.

Abschließend sagte der Papst: „Beten wir zum Herrn, dass er uns immer gute Hirten geben möge, dass es der Kirche nie am Schutz ihrer Hirten fehlen mag: ohne sie kommen wir nicht voran. Mögen sie solche Arbeiter sein, Männer des Gebets UND der Nähe; Männer, die ihrem Volk nah sind: Männer, die es verstehen, Wache zu halten!“

Nur an dieser Stelle möchte ich ergänzen: Männer und - so der Heilige Geist es will - in Zukunft auch alle anderen Menschen guten Willens.

Amen.

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Offener Brief an die Stephanusgemeinde

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Gruß aus Wolbeck