„Mit der Bitte um Veröffentlichung“

Natürlich muss eine Gemeinde, die sich so für ihre Anliegen einsetzt, wie es die Gemeinde St. Stephanus in den vergangenen Monaten getan hat, damit rechnen, dass ihr nicht nur Unterstützung, sondern auch Kritik begegnet. In einer Demokratie ist das so, und Kritik darf natürlich auch an uns geübt werden, das können wir aushalten. Unschön wird es jedoch, wenn sie so geäußert wird, wie just geschehen, getarnt als Leserbrief mit der Bitte um Veröffentlichung auf unserer Internetseite. Der Absender möge es uns nachsehen, dass wir den Text nicht unter der Rubrik „Leserbriefe“ sondern an dieser Stelle veröffentlichen und für die Leserschaft einsortieren. Hier zunächst der Text:

Nachdem die gleichgeschalteten Protestler aus Stephanus die Kommentarspalten von WN print und der Facebookseiten von KuL und WN mit „Copy and Paste“ wie Heuschrecken verwüstet und sogar das neutrale Internetportal RUMS für sich instrumentalisiert haben, – nachdem sie nacheinander in Pfarrer, Pfarreirat, Bistum, Bischof und zuletzt in einer geistliche Gemeinschaft für ihren hausgemachten Klerikalismus und Personenkult einen Sündenbock gesucht haben, und sich nicht zu schade waren, letzterer den Stempel einer reaktionären Sekte aufzudrücken, bleibt eigentlich nur eines: Ratlosigkeit – und die Gewissheit, dass ein Dialog mit dieser Gruppe nicht möglich ist.
Übrig ist, was schon am Anfang des Konfliktes klar war: Das Bistum darf nicht erpressbar sein. Drohgebärden und lautstarkes, in Ton und Inhalt vermessenes Auftreten verhelfen Stephanus nicht zu einer Enklave mit Sonderrechten. Pastor Laufmöller selbst hat keine ruhmreiche Rolle gespielt; er hat sich als leidender Gottesknecht inszeniert, und das Sich-Selbst-Hochpeitschen seiner Groupies im Stillen genossen, anstatt schon vor Jahren die Gemeinde auf einen anstehenden Wechsel vorzubereiten.
„Nichtmituns“ erzwang eine ausführliche Erklärung vom Bistum, welches aus Loyalitätsgründen zu Laufmöller die Details gern intern behandelt hätte. Nun haben sie die Erklärung und sind – welche Überraschung! – nicht zufrieden. Ein Trauerspiel.“

Den Text selbst möchten wir nicht kommentieren, eine Meinung zu Inhalt und Wortwahl mögen sich die Leser*innen selbst bilden. Interessant ist jedoch die Form: Der Text wurde per Mail an die redaktionelle Adresse der Website und an die berufliche Mailadresse eines Gemeindemitglieds gesandt, letztere hat sich der Absender offenbar bewusst gesucht. Unter dem Mailtext stand kein Name, wir stufen ihn deshalb als anonym ein. Als Absender wurde die Mailadresse eines Unbeteiligten missbraucht.

Das ist nicht das einzige Beispiel für anonyme Schmähungen. Seit Beginn des Konflikts kommentiert z.B. auf Facebook ein früher männliches, inzwischen weibliches Fake-Profil, das noch vor kurzem nicht davor zurückschreckte, als Profilfoto das Bild einer anderen Frau zu verwenden, ein Ausschnitt aus einem größeren Foto, das außerdem zwei weitere Frauen und drei Kinder zeigt, möglicherweise ohne Kenntnis der betreffenden Personen. Die Facebook-Kommentare des Fake-Profils weisen darauf hin, dass jemand aus der Pfarrei St. Liudger mit Detailwissen über die Pfarrei dahintersteht. Das Fake-Profil erhält außerdem Likes von mindestens einer Person, die sowohl dem Pfarrei-Team als auch der Gemeinschaft Emmanuel sehr nahe steht. Waren es solche “anderen Stimmen” aus der Pfarrei, auf die Bischof Genn nach eigenen Angaben gehört hat? Dieses Fake-Profil äußert sich in einer sprachlich unangemessenen Form, und schreckt auch vor Verleumdungen nicht zurück. Auf die Frage eines Gemeindemitglieds, warum sie mit einem falschen Namen bei Facebook auftrete, entgegnete die Person mit dem vollkommen haltlosen Vorwurf: „Damit Sie nicht auch mir Drohbriefe und Hassanrufe zukommen lassen.“

Der Vorwurf, dass aus unserer Gemeinde anonyme Briefe geschrieben würden, wurde nicht zum ersten Mal geäußert. In seiner am 10. März 2021 veröffentlichten Stellungnahme behauptete der Pfarreirat, die beiden Vertreterinnen, die St. Stephanus zuletzt im Pfarreirat vertreten haben, seien durch ein anonymes Schreiben zum Rücktritt aufgefordert worden. Dazu haben wir schon früher auf dieser Website Stellung bezogen.

Nur um klarzustellen, was für uns selbstverständlich ist und eigentlich keiner Klarstellung bedarf: Wir verurteilen jedwede Form von Drohungen und Hassrede in Wort und Schrift. Wir alle stehen mit unserem Namen für unsere Anliegen ein, pflegen einen sachlichen Ton und sind zum Dialog bereit.

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St. Stephanus - „Höhle des Löwen“ oder „Heimat“?

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Offener Brief an die Stephanusgemeinde