Wann hört dieser Unsinn auf? - Stimmen aus Roxel
Häufiger Wechsel
Im Gegensatz zu früheren Jahren hat es in unserer Kirchengemeinde einen häufigen Wechsel der Pfarrer gegeben. Das ist so gewollt und auch geplant, sei es durch die autoritären Entscheidungen des Bischofs oder durch die freiwilligen Wechsel der Priester der Emmanuel-Gemeinschaft. Ein Zusammenwachsen und ein Vertrauensverhältnis in der Gemeinde konnten sich dadurch kaum entwickeln. Mit Wehmut erinnern sich viele Gemeindemitglieder an frühere Zeiten und auch mit Anerkennung und etwas Neid blickten viele Mitglieder aus Roxel auf die Zustände in der Gemeinde St. Stephanus, wo Pastor Thomas Laufmöller seit vielen Jahren tätig ist und eine lebendige, aufgeschlossene Gemeinde um sich versammelt hat. Und nun ordnet der Bischof auch hier einen Wechsel an.
Wir hätten schon bei der Fusion der vier Teilgemeinden einen Wechsel vollziehen müssen, heißt es in Verlautbarungen aus bischöflichen Kreisen. Wechsel der Priester nach wenigen Jahren in einer Pfarrgemeinde gehören offenbar zum Credo der bischöflichen Verwaltung.
Wann hört dieser Unsinn eigentlich auf? Der Bischof befiehlt und seine Schäfchen haben getreu und ohne Aufmucksen zu folgen. Wir wissen: Der Staat des Bischofs ist keine Demokratie. Mitsprache, Mitarbeitervertretung und öffentliche Gerichte gibt es nicht im Reich der Kirche. All das, was unsere Gesellschaft in Zeiten der Aufklärung sich erkämpft hat, gilt nicht für die Kirche.
Die angeordnete Versetzung von Thomas Laufmöller hat in der Gemeinde St. Stephanus eine große Schockwelle ausgelöst, zu vielen Kundgebungen und zu vielen Berichten in der Presse einschließlich fast nur zustimmender Leserbriefe geführt. Was ich vermisse sind Solidaritätsbekundungen aus anderen Teilgemeinden von St. Liudger. Stellungnahmen von offiziellen Gremien der jeweiligen Pfarrgemeinden sind mir nicht bekannt. Selbst in den wöchentlichen Pfarrnachrichten von St. Liudger findet sich kein Wort über die Geschehnisse in St. Stephanus. In seinem letzten Beitrag gibt der scheidende Pfarrer Timo Weißenberg eine Art Jahresrückblick, viele Ereignisse werden erwähnt, aber das kirchliche Erdbeben in Aaseestadt hat offensichtlich nicht stattgefunden. Bemühungen, eine Kopie der beachtenswerten Rede von Birte Koling anlässlich der Demonstration auf dem Domplatz in Münster in der Kirche in Roxel auszulegen, wurden von offizieller Seite abgelehnt. Aufklärung, Diskurs und Offenheit sehen anders aus.
Das Gefühl der Enttäuschung, der Wut und auch der Ohnmacht greift nicht nur in der Aaseestadt um sich. Drei Geistliche haben oder werden die Kirchengemeinde St. Liudger in den nächsten Monaten verlassen. Ein Ersatz ist nicht in Sicht. Wir stehen vor einem Scherbenhaufen. Der Ruf der Emmanuel-Gemeinschaft ist geschädigt.
Wenn sich in der Kirche was ändern soll, dann müssen wir als mündige Christen aufstehen und unser Wort ergreifen.
Welche Auswirkungen hat nun die Politik des Bischofs? Sie nimmt uns das Vertrauen und das Gefühl der Geborgenheit. Vertrauen braucht der Mensch. Vertrauen braucht Zeit. Ein Vertrauensverhältnis zwischen einem Geistlichen und den Gemeindemitgliedern entsteht nicht von heute auf morgen, erst recht nicht bei häufigem Wechsel der Priester. Vertrauen braucht beständige Bezugspersonen. Ob ein Mensch vertrauen kann, zeigt sich in besonderen Lebenssituationen zum Beispiel beim Tod eines lieben Angehörigen.
Welche Erfahrungen er damit gemacht hat, kann Manfred Heinze aus Roxel berichten. Schauen Sie sich zwei kurze Videobeiträge an.
Ein kurzer Ausschnitt aus der Predigt von Pastor Thomas Laufmöller