Eine Sisyphus-Aufgabe

Eine Sisyphus-Aufgabe: Dank an Siegfried Kleymann Das Job-Profil glich einer Sisyphus-Aufgabe: S. Kleymann sollte als vorübergehend eingesetzter Pfarrverwalter die heftigen Wogen in St. Stephanus glätten und den toxischen Boden nach der Abberufung des äußerst beliebten und langjährigen Pfarrers T. Laufmöller einerseits und des temporär wirkenden T. Weissenberg andererseits für einen personellen und strukturellen Neuanfang bereiten. Der hier brennpunkartig eskalierte Grabenkampf zwischen liberalen und konservativen Christen sollte befriedet, übergeordnete Fragen nach einer pastoralen oder fusionsorientierten Gemeindearbeit unterdrückt und der Blick möglichst schnell nach vorn gerichtet werden. „Nicht mit uns“, schallte und schallt es noch immer nicht minder leiser aus mannigfachen Kehlen zahlreicher Christen, die ihren durch die Abberufung ausgelösten Protest über die misslungene Kommunikation, fehlende Partizipation und die hierarchische kirchliche Machtkonzentration durch kreative Aktionen wie zuletzt den Lichtermarsch mit fast 400 Teilnehmern am Aassee Ausdruck verleihen. Auf der anderen Seite beharrt das Bistum auf seiner Entscheidung und scheint sich unnachgiebig im Recht zu wähnen, ja es sieht sich offenbar gar selbst als verletzt. Schwierig, hier Steine aus dem Weg zu räumen und die Geschichte sinnvoll „über den Berg“ zu bringen. Hr. Kleymann gebührt Dank für seine engagierte und sehr diplomatische Interpretation des Sisyphus. Dass das Bistum selbst aber den Stein überhaupt erst unnötig ins Rollen gebracht hat und weiterhin mittels Unbeweglichkeit bewegt, scheint für Viele in der Aaseestadt augenscheinlich. Heldenhaftes sucht man diesbezüglich wohl besser in den griechischen Mythen. Eine Tragödie findet man hier.

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Bedrohung oder Glücksfall?

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Herzblut und Diskussionsbereitschaft